Archie Habub

Wie geht das mit einem Hund auf einem Segelboot? 

Vertrauen, Selbstbewusstsein sowie eingespielte Regeln und Routinen sind unserer Meinung nach der Schlüssel für eine gute Hund-Mensch-Beziehung. Dann ist es auch nicht wichtig wo oder wie man mit dem Hund unterwegs ist. Natürlich sollte auf die Rasse und die Bedürfnisse geachtet werden. Die meisten Hunde fühlen sich am wohlsten, wenn das Rudel zusammen und er nicht alleine ist. Da wir auf dem Segelboot immer zusammen sind, ist das für den Archie optimal. 

Wir haben Archie bereits als Welpen überall mit hingenommen und ihn so früh daran gewöhnt, mit uns unterwegs zu sein. Zu Beginn haben wir viele Vertrauensübungen gemacht und die Unterordnung gelernt- ein ständiger Lernprozess, auch jetzt noch. Wir sind an die unterschiedlichsten Orte gefahren. So hat er gelernt keine Angst zu haben vor z.B. S-Bahnfahren, am Fahrrad laufen, sich in vollen Geschäften und Innenstädten zu bewegen, anderen Hunden zu begegnen und auf dem Schiff oder in unserem Camper zu leben. Er hat auch keine Angst vor LKWs, Rettungsfahrzeugen oder lauter Musik. Zwar können Hunde eigentlich von Natur aus schwimmen, sie müssen dies aber auch lernen bzw. Vertrauen darin finden. Wir haben früh damit begonnen, mit Archie ins Wasser zu gehen. Er mit Schwimmweste und wir mit Neoprenanzug. Das war uns wichtig, damit er, falls er mal ins Wasser fällt, keine Panik bekommt. Und es passiert immer wieder, dass er vom Steg oder beim Sprung aufs Schiff ins Wasser fällt. Wenn wir im Wasser sind, springt er gerne mit rein. Er darf aber auch nicht einfach so ins Wasser springen. Das ist auf einem Schiff natürlich wichtig, aber ebenso an Land. In manchen stehenden Gewässern bilden sich im Sommer Blaualgen, die unweigerlich zum Tod führen. Daher ist es gut und richtig, dass er uns anfragt, bevor er ins Wasser geht. Wir sind sehr viel draußen unterwegs, wandern, fahren Beiboot oder gehen klettern. Ein entsprechendes Geschirr aus der Rettungshundeausrüstung für Bergsteiger haben wir ebenfalls dabei. Wenn er an Steinen oder Klippen selber nicht hochkommt oder es zu gefährlich ist, können wir hin mit der Ausrüstung hochziehen oder abseilen.

Vor einer Sache hat aber auch Archie Angst. Er mag es nicht bzw. kann es nicht einordnen, wenn Menschen klatschen. Dann fängt er an zu bellen und ist aufgeregt. Das kommt aber ja nicht sehr häufig bei uns vor. 

Wie kann man einen Hund vernünftig auslasten an Bord? 

Archie kennt Ruhe- und Pausenzeiten. Er ist mit Leonie viel in Stuttgart im Büro undim Homeoffice gewesen und weiß daher, dass er Pause hat, wenn wir arbeiten. 

Genauso gibt es aber Zeiten, in denen wir Spielen und Üben. Gehorsams- und Unterordnungsübungen kann man überall machen, auch beim Kaffeekochen oder wenn man telefoniert. Such- und Apportiespiele sind für Archie der Hit. Und Suchspiele gehen besonders gut auf dem Schiff, da es so viele verschiedene Verstecke gibt. Meist reichen schon 10 Minuten Suchen mit der Nase und der Kopf ist ausgelastet. Wir üben neue Kommandos oder Tricks. Und dann toben wir auch einfach mit ihm und kuscheln viel. 

Wie und wo kann sich Archie lösen?

Wir haben Archie darauf trainiert sich auf Kommando zu lösen. Geübt haben wir das mit ihm schon als Welpe auf einer „Pippibox“ auf unserem Balkon. Das hat den großen Vorteil, dass wir ihm auf dem Schiff eine „Pippibox“ einrichten konnten. Wenn wir unterwegs sind und nicht an Land gehen können, nutzt er diese. Bei starkem Seegang drehen wir schon mal bei, sodass das Schiff etwas ruhiger liegt und es für Archie einfacher ist. Bei Dunkelheit macht ihm der Seegang hingegen nichts aus. 

Wie verhält Archie sich an Bord?

Auf dem Schiff bewegt sich Archie sehr gut und sicher. Er wird nicht Seekrank, auch bei unangenehmem Seegang. Das liegt sicherlich auch daran, dass er Zeit hatte sich an das Schaukeln des Schiffes im Hafen in Bremen zu gewöhnen. Er schläft viel, zusammen mit demjenigern, der keine Wache fährt. Er hat gelernt, dass er nicht alleine von Bord springen darf und wartet daher immer auf unser Freigabezeichen. Sobald sich fremde Menschen dem Schiff nähern, schlägt er mittlerweile an, was wir belohnen. Er kennt die Geräusche auf dem Schiff. Schlagende Segel, Wind- und Motorengeräusche machen ihm nichts aus. 

Was füttern wir?

Archie bekommt zweimal am Tag eingeweichtes Trockenfutter der Marke Wolfsblut und zwischendurch etwas Obst und Gemüse. Er liebt Möhren und Äpfel. Sobald wir eine Möhre aus dem Schrank holen, steht Archie parat. Wenn wir längere Strecken segeln, dann wird er auf Diät gesetzt, damit er nicht ganz so viel Druck hat. Zwar sitzt er pünktlich um 18 Uhr vor seinem Napf, aber mit einer Handvoll Futter ist er zufrieden. 

Wir haben uns von Wolfsblut beraten lassen und verschiedene Sorten ausprobiert. Die Fellfarbe, der Zustand der Haut und die Agilität verraten viel darüber, ob das Futter passt oder umgestellt werden sollte. Als Vorrat haben wir acht 15 Kilo Säcke mitgenommen, sodass wir ca. ein halbes Jahr auskommen. Laufen wir leer, können wir uns von Wolfsblut selber in ganz Europa neue Säcke schicken lassen. 

Archie trinkt von sich aus eigentlich ausreichend Wasser. Sollten wir das Gefühl haben, dass es nicht reicht, dann haben wir eine große Spritze, die wir mit Wasser füllen und ihm geben. Er liebt es aus Gießkannen und Wasserschläuchen zu trinken. Und so findet er die Spritze ebenfalls ganz toll. 

Schutz gegen UV und Wind? 

Archie trägt bei Sonne und gegen Wind eine Hundebrille. Am Anfang fand er das komisch, jetzt freut er sich, wenn wir die Brille rausholen. Auf dem Wasser werden UV Strahlen nochmal gespiegelt und man verbrennt sich schneller. Auch Hunden kann die Netzhaut dadurch kaputt gehen und sie können schneller erblinden. Um dem Vorzubeugen trägt Archie eine Sonnenbrille. 

Falls ihr weitere Fragen habt zum Leben mit einem Hund an Bord, schreibt uns gerne.