Karibik 2016/2017

Hier findest du kleine Auszüge aus unserem Loggbuch und ein paar Bilder aus unserer Zeit in der Karibik. 

Curacao, klein Curacao und Bonaire

Auf Curacao beginnt unsere gemeinsame Reise. Von hier aus segeln wir nach klein Curacao. Wir haben Glück mit dem Wetter, haben keinen Wind, sodass wir hier ruhig und sicher vor Anker liegen können. Im Wasser tummeln sich unendlich viele Schildkröten. Einige sind neugierig und schwimmen uns bis vor die Taucherbrille und stupsen uns an. Zur Sicherheit ziehen wir die Finger ein. Anschließend geht es weiter nach Bonaire. Es ist Hurrikansaison und hier kann man sich prima verstecken. Martin geht jeden Tag mit Geräten tauchen. Hier kann man die schönsten Tauchspots der Karibik finden und den wohl besten Thunfisch der Karibik essen. 

San Blas, Panama

Die San Blas sind für uns ein Paradies. Viele kleine Palmeninseln, klares türkieses Wasser und eine bunte Unterwasserwelt. Wir verweilen hier längere Zeit und hangeln uns zwischen den Inseln entland, treffen unsere Freunde wieder und genießen die Abgeschiedenheit. Wir fangen unseren ersten Fisch. Einen kleinen Thunfisch. Hierhin wollen wir irgendwann zurück kommen. Weiter unten findet ihr Auszüge aus unserem Logbuch

Auszug aus dem Logbuch

02.12.2016 Santa Marta (Kolumbien) – San Blas (Panama

08 Uhr Frühstück, Wetter geholt. Der Wind hatte über Nacht stark nachgelassen und erst gegen Mittag wieder aufgefrischt. Da wir bei diesen Windverhältnissen im Dunkeln auf den San Blas- Coco Bandero Cays ankommen würden, haben wir beschlossen, Fahrt aus dem Schiff zu nehmen. Wir haben die Segel weiter gerefft und fahren nun bei 3 Bft mit 2. Reff im Groß und eingereffter Genua. Wir versuchen unter 4 Knoten Fahrt zu bleiben. Die Angel haben wir mit einer neuen Schnur ausgerüstet und die alte Schnur als Handangel über der Klampe festgemacht. Vielleicht beißt bald ein Fisch. Noch fangen wir nur Seegras und hoffen auf besseres Beißverhalten bei Dämmerung. Sind weiterhin zu schnell unterwegs. Tauschen die Genua gegen die Fock und reffen das Groß ins 3. Reff. Land in Sicht ab 16 Uhr, aber noch nicht das Ziel. Wir stellen uns auf eine weitere Nachtfahrt ein und kreuzen vor den San Blas  Am nächsten Morgen erreichen wir bei schönstem Sonnenschein und frischem Kaffee die San Blas. Wir navigieren auf Sicht und mit Open CPN durch das Gebiet und die zahlreichen kleinen Palmeninseln. Es fühlt sich unwirklich an, es ist einfach paradiesisch hier. Wir können uns nicht vorstellen, welches Fleckchen Erde noch schöner sein sollte. Wir ankern in türkisem Wasser, zwischen drei Palmeninseln. Nachdem wir das Schiff klariert haben, lassen wir den Tag bei einem Sekt und frischem Thunfisch Sashimi ausklingen. 

07-09.12.2016 Coco Bandero Cays

Es regnet viel, was uns müde macht. Wir liegen in der Hängematte und lesen. Später backen wir Schoko-Zitronen-Muffins. Zwischen den Regenpausen gehen wir auf Schnorchel- und Dinghisafari. Die Unterwasserwelt ist atemberaubend. Es funkelt und erstrahlt in allen Farben. Schildkröten und Rochen schwimmen neben uns. Im seichten Wasser liegen tellergroße Seesterne. Gegen Nachmittag kommen Kunas auf ihren Einbaumbooten vorbei. Wir erstehen eine Languste, ein Riesenteil. Gegen 18 Uhr schlägt der Henker zu. Den Schwanz grillen wir, der restliche Teil wird gekocht. Es schmeckt vorzüglich. Wir backen Brot und kochen Gemüse ein, was bei den Temperaturverhältnissen draußen im Netz anfängt schlecht zu werden. Morgen werden wir weiterfahren, da insbesondere Leo von den Mücken zerstochen wird. 

10-13.12.2016 Banedup

Wie liegen bei Banedup. Eigentlich kommt man nur als Segler in die San Blas. Die meisten Inseln werden nicht vom Festland aus angesteuert. Anders hier in Banedup. Schnellboote bringen morgens die Touristen und fahren gegen Nachmittag. Es ist verständlich, dass man hier gerne hinkommt. Das Wasser ist klar, die Bucht voller Fische. Wir statten uns mit Bürsten und spachteln aus, um unter Beobachtung eines Tigerrochens, den Rumpf von La Rossa zu säubern. In Kolumbien haben wir einen ganz schönen Bart bekommen und Muscheln haben sich festgesetzt. Die müssen jetzt ab. Die Strömung hier ist recht stark und trotz der Sicherungsleinen ist das Schwimmen mit Flossen auf der Stelle kräftezehrend. Aber auch solche Arbeiten müssen gemacht werden. Wir füllen unsere Tauchflaschen mit dem Kompressor wieder auf. In den kommenden Tagen wollen wir an einem Riff und an einem Wrack tauchen gehen. Abkürzungen sollte man in diesen Gewässern nicht nehmen. Auch steht von uns immer einer im Mast um die Richtung zu weisen. Große Korallenköpfe reichen manchmal bis an die Wasseroberfläche und sind nur aus einer höheren Position zu erkennen. 

14.-19.12.2016 Nargana

Wir erkunden weitere Inseln und treffen Seglerfreunde. Zusammen gehen wir Schnorcheln, tauchen, laden uns gegenseitig zum Sundowner ein oder Essen abends gemeinsam. Einen Tag segeln wir gemeinsam mit allen Schiffen nach Nargana, einer kleinen Stadt in Festlandhöhe. In Nargana können wir einkaufen, wenn das Versorgungsschiff seinen Weg hierher gefunden hat. Wir ankern zwischen Nargana und einem Mangrovenwald. Hier gibt es Krokodile und auch Schlangen. Manche Schlagen schwimmen wohl auch bis zu den Schiffen und kommen über die Ankerkette an Bord. Das findet Leo gruselig, daher wird jeden Abend das Schiff auf Schlangen untersucht. In Nargana gehen wir einkaufen und sehen Menschen mit Smartphones. Wir haben drei Wochen lang kein Internet oder Empfang gehabt. Haben wir auch nicht vermisst, daher kaufen wir keine SIM Karte. Wir genießen das Leben ohne Social Media und Nachrichten gerade noch zu sehr. Mit dem Dinghi fahren wir in den Fluss Rio Diablo rein. Hier kann man auf Krokodilsafari gehen. Die Flußmündung ist stark versandet und man muss sich seinen Weg zwischen den Baumstämmen suchen und zwischendurch das Dinghi anheben. Das ist recht unheimlich, weil hier auch Krokodile liegen könnten. Der Fluss ist aufregend. Hier fliegen Papageien, im Wasser schwimmen kleine Fische und Schlangen und dann liegen am Rand Krokodile in der Sonne. Reinfallen will man hier auf keinen Fall. 

20.12.2016 Green Island

Wir liegen auf Green Island, zusammen mit unseren Freunden von der ACAPELLA Martin und Helen. Zwei Männer leben derzeit auf der Insel, halten diese sauber und kümmern sich um die Palmen. Meist teilen sich mehrere Familien eine Insel und immer sind ein paar von den Familienmitgliedern hier. Die Männer fischen und tauchen den ganzen Tag. Gegen Nachmittag klopfen sie bei uns an und präsentieren ihre Fänge. Es gibt mehrere kleinere Fische, Thunfisch und zwei kleine Haie. Auf die Haie sind sie besonders stolz. Wir sind etwas zögerlich, ob man Hai tatsächlich essen sollte und halten Rücksprache mit der ACAPELLA. Die Männer sind so mächtig stolz auf ihren Fang und da die Riffe und Korallen hier alle in Takt sind, das Ökosystem also gut zu funktionieren scheint, kaufen wir ihnen einen kleinen Hai ab. Wir kochen mit der ACAPELLA zusammen ein vier Gänge Menü aus Haivariantionen. 

23.12 und Weihnachten 

Wir liegen noch immer mit der ACAPELLA, der HELENA und der JONAS – unseren niederländischen Freunden – auf Green Island. Unter unserem Schiff befindet sich ein großer Korallenkopf, um welchen sich Langusten tümmeln. Wir schnappen uns Kescher, einen Pickhaken und unsere Schnorchelsachen. Dann geht es auf Jagd. Nach ein paar missglückten Versuchen haben wir den Dreh raus. Wir fangen neun Langusten und sind damit für unser Weihnachtsessen ausgerüstet. Zusammen mit den anderen drei Booten feiern wir Weihnachten. An Heiligabend treffen wir uns am Strand zu einem Lagerfeuer mit Glühwein und Musik. Am 25.12 gibt es das große Weihnachtsessen bei uns. Nach einem Aperitif folgt ein vier Gänge Menü. Es sind wunderschöne Abende, dennoch haben wir ein bisschen Heimweh nach unseren Familien.

 

Kolumbien

In Santa Marta haben wir La Rossa drei Wochen im Hafen gelassen und sind in das Landesinnere gereist. In Armenia besichtigen wir die vielen Kaffeeplantagen und sind überwältigt von den vielen Grüntönen. Weiter geht es nach Bogota. Bedingt durch die Höhenlage ist es hier recht frisch. Schon aus dem Flugzeug erkennen wir, wie groß die Stadt ist. Hier gibt es ein gutes ÖPNV System- Ein gefördertes Millenium Projekt.  Die Bushaltestellen sind mitten auf der Straße errichtet und wie ein Tunnel, mit sich automatisch öffnenden Türen gebaut. Die Busse sind meist drei- vier gelenkig, haben ihre eigene Spur. Dennoch herrscht ein ganz schönes Verkehrschaos. Weiter geht es nach Medellin, Vielen wahrscheinlich bekannt durch Pablo Escobar. Dort treffen wir zufällig einen jungen Kolumbianer, der uns anschließend die Stadt zeigt und eine Tour zu Escobars "Gefängnis" mit uns macht. In Teilen ist dies jetzt ein Seniorenheim. Er kennt die Menschen dort gut, bringt Spenden dorthin. Im Gegenzug darf er - als einer der wenigen Führer- das Gelände mit Touristen betreten. Als Kind ist er mit seiner Familie nach Miami geflohen, da es in Medellin zu unsicher war. Er berichtet, dass aus seiner Schulklasse von früher mit 40 Kindern, nur noch drei leben. Alle anderen wurden auf der Straße erschossen. Wir können uns das kaum vorstellen. Medellin hat sich in den letzten Jahren aber gewandelt, ist gewachsen, sauber und fühlt sich sicher an. Wir treffen in der Stadt auf sehr nette und hilfsbereite Kolumbianer. Wir sprechen kaum Spanisch, die meisten kein Englisch. Dennoch sind alle hilfsbereit und wir kommunizieren irgendwie mit Händen und Füßen. In Medillin darf man nicht überall hingehen, in manchen Viertel nur auf bestimmten Straßen wandern und nur in Begleitung. Abends sieht man auf der Straße Polizei und private Wachdienste. Sie erklären einem, wo man nicht hinlaufen darf und wo es sicher ist. Medellin begeistert uns, die bunten Farben der Graffities, das viele Grün, die Lage zwischen Bergen, die Menschen. 

Kolumbien ist vielfältig, bunt und sehenswert. Wir haben nur einen kleinen Teil sehen können, würden aber wieder herkommen und weitere Teile des Landes bereisen. 

Cuba

Auf Cuba in Cienfuegos und Havanna verbringen wir unsere letzten Tage der Reise. Durch einen Umweg zurück nach Kolumbien haben wir kaum Zeit Cuba ausgiebig zu bereisen. Wir machen notwendige Reparaturen an La Rossa, räumen auf und übergeben das Schiff an unseren Freund Meinolf. Danach heißt es Abschied nehmen. Nach fast 3.000 gesegelten Seemeilen geht zurück nach Deutschland. 

Auszug aus dem Logbuch

03.01.-15.02.2017 Von den San Blas auf dem Weg nach Jamaika, Rückkehr nach Kolumbien, Abschied aus Cuba

Am Abend des 03.01.2017 gehen wir Anker auf, Ziel Jamaika. Die schöne Zeit in den San Blas ist vorbei und wir haben uns von unseren Freunden verabschiedet. Die HELENA geht am kommenden Tag ebenfalls Kurs Jamaika, die ACAPELLA und die JONAS gehen durch den Panamakanal in den Pazifik. Nach 3 Tagen auf See bekommen wir zur HELENA keinen Funkkontakt. Das ist komisch, da sie nur ein paar Seemeilen hinter uns sein müsste. Die Wetterlage verändert sich, Jamaika werden wir bei den Windverhältnissen nun nicht mehr anlaufen können. Es ziehen Sturmtiefs auf und wir entscheiden uns nach Cartagena, Kolumbien abzulaufen. Das ist die völlig falsche Richtung. aber es nützt nichts. Der Wind bestimmt die Route. Am 08.01. erreichen wir müde und erschöpft Cartagena. Dort angekommen berichten uns andere Segler, dass die HELENA unterwegs ihren Mast verloren hat. Es geht allen gut und sie sind abgeschleppt worden. In Cartagena verbringen wir fast zwei Wochen, bis die Sturmtiefs durchgelaufen sind und wir unsere Fahrt nach Norden fortsetzen können. Jamaika müssen wir auslassen, da wir im Februar in Cuba einen Crewwechsel machen. Es stehen uns 9 Tage segeln hart am Wind bevor. Das ist unangenehm und kräftezehrend. Nach 5 Tagen sind wir nur noch müde. Zwischendurch drehen wir bei, verlieren massiv Höhe, aber wir brauchen die paar Minuten Auszeit. Zeit in der La Rossa ruhig liegt, wir aufrecht stehen können. Es zieht ein Orkan auf. Wir laufen vor dem Wind ab. Die Wellen sind mittlerweile so hoch, dass wir die THOMSENDREAM (Kreuzfahrtschiff) in 1 Seemeile Entfernung nicht sehen können. Cayman Island bekommt unseren Funkverkehr mit der THOMSENDREAM mit und bleibt die Nacht über am Funkgerät für uns auf Stand-by. Am nächsten Morgen haben wir den Orkan geschafft und geben den Cayman Islands Lagemeldung. Am 25.01. laufen wir in Cienfuegos auf Cuba ein. Wir klarieren La Rossa, reparieren die Teile, die im Orkan kaputt gegangen sind und erkunden Cienfuegos. Leo steht 45 Minuten an einer Bäckerei an um ein Brot zu erstehen. Frisches Obst und Gemüse gibt es diese Woche hier nicht. Cuba, wie man es aus Büchern kennt. So verbrauchen wir unsere Konservendosen und die Reste aus der Tiefkühltruhe. Im Februar kommt unser Freund Meinolf und übernimmt das Schiff. Wir machen uns auf in Richtung Havanna und von dort zurück nach Deutschland. Unsere Zeit auf La Rossa ist jetzt zu Ende. Es war traumhaft schön.